Abgeschlossene Projekte
Die eML: Verbreitung und Vollständigkeit

Das Projekt untersucht in einer öffentlichen Apotheke anhand von ca. 300 zufällig ausgewählten Patient*innen, wie verbreitet und vollständig die elektronische Medikationsliste (eML) in der ePA im Vergleich zur lokal gepflegten Patientendatei ist. Im Fokus standen dabei relevante Lücken (z. B. Muster-16-Verordnungen wie BTM und Selbstmedikation), die bislang nicht vollständig in der eML abgebildet werden. Ziel war es, Beratung und AMTS-Prüfung sicherer zu machen und Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung von eML/ePA zu liefern.
Prozesse und Rahmenbedingungen bei der elektronischen Rezeptbelieferung – Niederlande im Vergleich zu Deutschland

Die Abgabe von verordneten Arzneimitteln ist zwar die Hauptaufgabe öffentlicher Apotheken, es gibt aber bislang keine umfassende Darstellung des gesamten Abgabeprozesses und seines Beitrags zur Medikationssicherheit. Ziel des Projekts war daher die Entwicklung eines generischen Modells, das alle relevanten Prozessschritte bei der Belieferung elektronischer Verordnungen sowie deren Beitrag zur Sicherheit und die dazugehörigen Barrieren und Förderfaktoren abzubilden. Dafür wurden Literaturrecherchen, Beobachtungen in zwei niederländischen Apotheken und Interviews genutzt. Das Modell wurden anschließend über Expertengruppen (NL und DE) validiert und auf Übertragbarkeit geprüft.
Kommunikation zwischen Apotheken und Arztpraxen

Das Projekt zur Zusammenarbeit zwischen Apotheken und Arztpraxen bestand aus einer Flashmob‑Studie, einer Online-Befragung und Fokusgruppen-Interviews. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kooperation grundsätzlich positiv wahrgenommen wird, jedoch vor allem Lieferengpässe, Rezeptfehler und schwierige Erreichbarkeit zu häufigen Rücksprachen führen. Die Flashmob-Daten belegen eine hohe Kontaktfrequenz, überwiegend telefonisch, mit meist angenehmen und lösungsorientierten Interaktionen. Insgesamt wird deutlich, dass eine stärkere Formalisierung und klare Prozesse die Zusammenarbeit erleichtern und den Aufwand für beide Berufsgruppen reduzieren könnten.
pDL Medikationsberatung bei onkologischen Patient*innen
Das Projekt untersucht die pharmazeutische Betreuung von Patient*innen unter oraler Antitumortherapie sowie anonyme Interaktionschecks vor intravenösen Chemotherapien. Die Ergebnisse zeigen, dass pDL kaum bekannt ist, aber nach dem Erstgespräch die Therapiesicherheit deutlich steigt – mit einem späteren leichten Rückgang. Bei allen Patient*innen wurden arzneimittelbezogene Probleme identifiziert, die größtenteils direkt in der Apotheke gelöst werden konnten, während die anonymen Interaktionschecks weniger effektiv ausfielen. Insgesamt verdeutlicht das Projekt den hohen Nutzen persönlicher pharmazeutischer Beratung in der Onkologie.
WIVA-Index – Was bringt die pDL zum Fliegen?
Die Präsentation zeigt Ergebnisse des WIVA‑Index aus fünf Erhebungswellen in Westfalen‑Lippe und beschreibt die Implementierung pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL) in öffentlichen Apotheken. Insgesamt ist die Versorgungssituation stabil, jedoch heben die pDL noch nicht wirklich ab – insbesondere die regelmäßige Durchführung ist bislang wenig etabliert. Einflussfaktoren wie hohe Arbeitsbelastung, Führungsverhalten der Apothekenleitung und Arbeitszufriedenheit wirken deutlich auf die Implementierung. Trotz Herausforderungen bleibt die Einstellung der Befragten optimistisch, sodass langfristig eine zunehmende Etablierung der pDL erwartet wird.
Implementierung der pDL
Die Präsentation zeigt, wie die pharmazeutischen Dienstleistungen erfolgreich in einen Apothekenverbund integriert wurden – von internen Schulungen über strukturierte Prozesse bis hin zu messbaren Effekten für Mitarbeitende, Patient*innen und Pflegeeinrichtungen. Die Ergebnisse belegen deutliche Verbesserungen in der Arzneimitteltherapiesicherheit und hohe Zufriedenheit aller Beteiligten. Damit wird klar: pDL schaffen echten Mehrwert und stärken die interprofessionelle Versorgung.

EEPAMA: pDL Medikationsberatung – Erwartungen der Patient*innen

Die multizentrische Befragung in drei Apotheken untersuchte Einstellungen und Erwartungen von Patient*innen an die pDL Medikationsberatung bei Polymedikation, ohne das Teilnehmerfeld vorzuselektieren. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Kund*innen sich bereits zu Arzneimitteln beraten lassen, aber nur etwa jede*r Fünfte die erweiterte Medikationsberatung kannte. Teilnahmemotivation entsteht vor allem durch Empfehlungen von Heilberufler*innen und den wahrgenommenen persönlichen Nutzen, während Kund*innen sich von der Beratung insbesondere mehr Sicherheit, weniger Probleme und mehr Wissen erhoffen. Der Bekanntheitsgrad beeinflusst die erwarteten Nutzen nicht, war aber bei älteren und bereits beratungsaffinen Personen höher.
pDL - Barrieren und Lösungen bei der Implementierung

Seit 2022 können Apotheken in Deutschland pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) anbieten – doch die Umsetzung, insbesondere bei Medikationsanalysen, kommt nur langsam voran. Das Projekt untersucht per Interviews und Beobachtungen, welche Faktoren die Implementierung fördern oder behindern und zeigt zugleich: Patientinnen und Patienten profitieren deutlich und sind sehr zufrieden, während Apothekerinnen und Apotheker ihre Leistung oft unterschätzen.
Etablierung der pDL Inhalationstechnik bei Pflegebedürftigen

Ziel des Projekts war es, die pharmazeutische Dienstleistung „Standardisierte Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung mit Üben der Inhalationstechnik“ nachhaltig bei Patientinnen und Patienten in der häuslichen Pflege und Bewohnerinnen und Bewohnern von Altenheimen zu etablieren.
CAPAA-Projekt: Öffentliche Apotheken an der Schnittstelle zur Pflege
Das Projekt untersucht die Informations‑ und Unterstützungsbedarfe von ambulanten Pflegediensten sowie pflegenden An‑ und Zugehörigen im Umgang mit arzneimittelbezogenen Pflegeleistungen. In Fokusgruppen und Interviews wurden vielfältige Herausforderungen nach Krankenhausentlassung und in der Langzeitversorgung identifiziert – insbesondere Informationslücken, komplexe Medikationsprozesse und Kommunikationsprobleme mit Apotheken und Arztpraxen. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass öffentliche Apotheken großes Potenzial zur Unterstützung haben, jedoch oft nicht aktiv eingebunden werden. Daraus wurden konkrete Optimierungsansätze wie strukturierte Zusammenarbeit, Schulungen und gemeinsame Interventionsangebote abgeleitet.
Deprescribing in der Palliativmedizin – STOPPFrail Deutsch

STOPPFrail‑Deutsch ist das erste validierte deutschsprachige Deprescribing‑Tool für die Palliativversorgung. Es stellt eine praxisnahe Entscheidungshilfe dar und kann Ärzt:innen und Apotheker:innen bei Deprescribing‑Entscheidungen unterstützen, ohne die individuelle klinische Beurteilung zu ersetzen.
Entwicklung von Scoresystemen zur Identifizierung von Patienten mit einem hohen Risiko für arzneimittelbezogene Probleme
Welche Patientinnen und Patienten profitieren besonders von einer Medikationsanalyse? Im Projekt „Scoresysteme“ wurden auf Basis von über 700 Medikationsanalysen innovative Bewertungsmodelle entwickelt, die Apothekenteams dabei unterstützen können, Personen mit einem erhöhten Risiko für arzneimittelbezogene Probleme gezielt zu identifizieren. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für eine effizientere Arzneimitteltherapiesicherheit und die Weiterentwicklung pharmazeutischer Dienstleistungen.
Übersicht zu weiteren Projekten
- Entwicklung eines Instruments zur Messung der Effektivität pharmazeutischer Interventionen in Altenheimen (2022)
Laura Fährmann (Arbeitskreis Prof. Hempel, Klinische Pharmazie, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster)
- Pharmazeutische Betreuung von Parkinson Patienten - Evaluation und Prävention arzneimittelbezogener Probleme (2021)
Dr. Dieter Schake (Leonardo-Apotheke, Hagen)
- Untersuchung des Einflusses einer Medikationsanalyse auf die Therapie von Patienten mit Diabetes Mellitus Typ 2 (2020)
Elisabeth Pfister (Arbeitskreis Prof. Culmsee, Klinische Pharmazie, Universität Marburg)
- Machbarkeitsuntersuchung zur Anwendung von pharmakogenetischen Daten im Rahmen der Beratung zur stratifizierten Pharmakotherapie in brandenburgischen Apotheken am Beispiel des Trombozytenaggregationshemmers Clopidogrel (2020)
Tobias Störmer (Charité Berlin)
- Randomisierte kontrollierte Studie zur pharmazeutischen Betreuung von Patienten mir schwerer Niereninsuffizienz bei Entlassung (2021)
Julia Sommer (Klinikum Bayreuth)
- Erweiterter Medikationsplan für Patienten mit oraler Tumortherapie (EMPORT; 2021)
Anna Barnert (Arbeitskreis Prof. Jaehde, Klinische Pharmazie, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
Cofinanziert durch die Lesmüller Stiftung
- Pharmazeutische Betreuung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (PHARM-CHF-Studie (2019)
Prof. Martin Schulz und Prof. Ulrich Laufs
- Bedarfsgerechte Versorgung der Patientensicherheit in der Arzneimittelanwendung bei mit Antikonvulsiva behandelten Kindern und Jugendlichen - BOPAK-Studie (2017)
Prof. Thilo Bertsche (Universität Leipzig) - Umsetzung und Evaluation des Pharmaceutical Care Konzepts für Patienten nach akutem Koronarsyndrom (2017)
Jan Fodor (MHH, Hannover)
- TALK SMART – Entwicklung und Evaluation eines Konzepts zur Stärkung der Arzt-Apotheker-Zusammenarbeit (2016)
PD Dr. Hanna Seidling (Uniklinikum Heidelberg) - Pharm. Betreuung stationärer psychiatrischer Patienten (2013)
Prof. Kristina Friedland (Universität Erlangen)
Arzneimitteltherapiesicherheit älterer Patienten in der stationären Versorgung unter besonderer Berücksichtigung der Schnittstelle Heim – Klinik und Klinik – Heim sowie in der ambulanten Weiterversorgung (2012)
Dr. Rebekka Lenssen, Dr. Eisert (Klinikum Aachen), Prof. Ulrich Jaehde (Uni Bonn)
Bemerkungen: Cofinanzierung durch die Apothekerstiftung NordrheinOptimierung der Schmerztherapie mittels pharmakokinetischer Simulation der individuellen Analgetika-Blutspiegel als Dienstleistung für Ärzte und Patienten (2011)
Kristin Lippoldt, Dr. Jörg Wittig (Böttger-Apotheke, Schleiz)Pilotstudie zur Pharmazeutischen Betreuung eingeschränkt mobiler Patienten in Regionen mit abnehmender Versorgungsdichte (2010)
Anna-Franziska Wüstmann, Prof. Christoph Ritter (Universität GreifswaldOptimierung der Versorgung geriatrischer Bewohner von Alten- und Pflegeheimen durch intensive Pharmazeutische Betreuung“ (2010)
Julia Kruse, Prof. Georg Hempel (Universität Münster
Bemerkungen: Cofinanzierung durch die Apothekerstiftung NordrheinAufbau und Etablierung des Angebots zur interdisziplinären Ernährungsberatung in der Apotheke in Zusammenarbeit mit Arzt und Physiotherapie zur Prävention und Behandlung des Metabolischen Syndroms (2009)
Dr. Jörg Wittig, Susanne Then (Böttger Apotheke, Schleiz)Optimierung der Arzneimittelversorgung für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen durch Identifizierung und Lösung bzw. die prophylaktische Vermeidung arzneimittelbezogener Probleme (2007)
Thomas Uhrhan, Prof. Marion Schaefer (Charite Berlin)Umfrage BPCS „Implementierung der Pharmazeutischen Betreuung in öffentlichen Apotheken (2007)
Prof. Kurt Hersberger (Universität Basel)Optimierung der Pharmakotherapie bei geriatrischen Patienten durch Pharmazeutische Betreuung“ (2007)
Dr. Sebastian Baum, Prof. Georg Hempel (Universität Münster)Pilot-Projekt zur Pharmazeutischen Betreuung von Alzheimer-Patienten und ihren Angehörigen in der ambulanten Therapie“ (2005)
Dr. Oliver Schwalbe (Universität Bonn), Prof. Charlotte Kloft (FU Berlin)Einfluss der Pharmazeutischen Betreuung auf die Versorgungsqualität von Schlaganfall-Patienten (2004)
Dr. Carina Hohmann, Prof. Dr. Radziwill (Klinikum Fulda)
Bemerkungen: Cofinanzierung durch die LesmüllerstiftungPharmazeutische Betreuung von Kindern mit Asthma in ambulanter Therapie (2002)
Dr. Julia Tern, Prof. Dr. Petra Högger (Universität Würzburg)Pharmazeutische Betreuung von Hypertonikern in Thüringen (PHIT) (2001)
Dr. Ralf Goebel, Prof. Marion Schaefer (Charite Berlin), Landesapothekerkammer ThüringenPharm. Betreuung von Neurodermitispatienten – Projekt Neuroderm (2001)
Dr. Kathrin Büke, Prof. Marion Schaefer (Charite Berlin)Patienteninformation aus der Apotheke (2001)
Dr. Roland Jopp, Prof. Marion Schaefer (Charite Berlin)Pharmazeutische Betreuung von Patienten mit chronischen Schmerzen in sächsischen Apotheken (2000)
Jutta Krappweiß, Dr. Ingrid Schubert (Universität Köln), Sächsische LandesapothekerkammerPharmazeutische Betreuung onkologischer Patienten vor, während und nach ambulanter Chemotherapie (1999)
Dr. Andrea Liekweg, Prof. Ulrich Jaehde (Universität Bonn)Entwicklung und Erprobung von Studienbausteinen für die Pharmazeutische Betreuung – Das CARE-Projekt (1999)
Tim Steimle (Universität Marburg)